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Quelle: Münsterland-Zeitung 11.09.2010

Investoren reden mit Gemeinde

Die Frist für die Kaufoption der Investoren der geplanten Biogasanlage läuft am 30. September aus. Das hat Stefan Wolfert, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Westfälisch-Lippischen-Landwirtschaftsverbands (WLV), auf Anfrage der Münsterland Zeitung erklärt. Foto RWE Innogy

Was passiere, wenn sich bis dahin nichts tut in Hinblick auf einen neuen Bebauungsplan oder ähnliches, konnte Wolfert nicht sagen. "Theoretisch müssten wir von unseren Absichten zurücktreten, und dann hätte der jetzige Eigentümer wieder das Recht zu bauen", mutmaßte Wolfert. Aber so weit sei es noch nicht: "Wir erhoffen uns möglichst bald eine gemeinsame Absichtserklärung von Rat und Gemeinde, einen neuen vorhabensbezogenen Bebauungsplan in enger Abstimmung mit WLV und RWE Innogy erstellen zu wollen."

Fest stehe, dass die Investoren am Standort Südlohn festhalten, bekräftigte Barbara Woydtke von RWE Innogy auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Bürgermeister Christian Vedder erklärte ebenfalls auf Anfrage, dass die Gemeinde derzeit den bestehenden Bebauungsplan auf seine Machbarkeit hin abklopfe. Die Kriterien dafür seien die Maßgaben aus der erstellten freiwilligen Umweltverträglichkeitsprüfung. Im Januar hatten sich RWE Innogy und der WLV die Option auf das Grundstück am Ossler Horst gesichert - allerdings nur bis Ende September. Die Zeit dränge jetzt, so Wolfert. Treffen zwischen den Investoren und weiteren Zuständigen stehen an.


Gemeinde fordert freiwillige Umweltverträglichkeitsprüfung

Quelle: Münsterland-Zeitung A.Winter-Weckenbrock 29.07.2010

Vor knapp zwei Monaten beschloss der Rat die Veränderungssperre für den Bebauungsplan "Sondergebiet Osselerhorst". Was wurde seitdem getan, um - mit Blick auf die Pläne von RWE Innogy und WLV, dort eine Biogasanlage zu errichten - aus kommunaler Sicht Planungs- und Rechtssicherheit zu erhalten? 

"Wir sind in der Vorbereitungsphase", erklärte Bürgermeister Christian Vedder im Gespräch mit unserer Redaktion. Ein Gespräch mit den Investoren stehe an, in dem vor allem die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) Schwerpunkt sein solle, die im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens durchgeführt werden soll. Bereits bei der Informationsveranstaltung von RWE Innogy und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband im März in der Jakobihalle hatten die Investoren signalisiert, in dieser Hinsicht mehr tun zu wollen, als obligatorisch ist.

Die Kommunalpolitiker nahmen das Signal auf - jede Fraktion arbeitete aus, was ihrer Ansicht nach auf jeden Fall über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus geprüft werden müsse, wenn es um die Auswirkungen der Anlage auf Mensch, Tier und Umwelt geht. Ziel: ein Anforderungskatalog für die UVP.

Die CDU machte unter anderem darauf aufmerksam, dass eine Artenschutzprüfung notwendig sei. Mit den bekannten Begehungsintervallen und Erfassungsmethoden sollten die im Osselerhorst lebenden Tiere (Vogelarten, Fledermäuse) genau ermittelt werden - und nicht etwa durch Expertenbefragungen oder Analysen ohne spezielle Kartierung.

Risiko durch Bakterien?

Die SPD wies auf das Risiko durch Keime und Bakterien hin, die auch von Tiermedizinern gesehen würden: Clostridien seien Bakterien aus einer sehr altem Mikroorganismengruppe, gegen die auch die geforderte Hygienisierung bei 70 Grad über eine Stunde wenig helfe. Gärreste aus Bioanlagen könnten damit kontaminiert sein. Dazu fordert die SPD eine Aussage ebenso wie eine Stoffbilanz mit Blick auf die Gewässer.

Klare Aussagen zur Konzeption einer geschlossenen Anlage im Vergleich zu einer offenen Anlage fordern die Grünen von den Investoren ebenso wie die Herausarbeitung eines Störfallszenarios. Die FDP verwies auf ihren Fragenkatalog vom März. Die UWG schloss sich den Vorschlägen der anderen Fraktionen an. In seiner nächsten Sitzung am 6. Oktober will der Rat dann den Anforderungskatalog zusammenstellen, um ihn dann den Investoren zuzuleiten.


Quelle: Internetportal Münsterland - Zeitung 02.06.2010 - Von Anne Winter-Weckenbrock

Einstimmig hat der Rat am Mittwochabend eine Veränderungssperre für den Bereich des Bebauungsplans „Sondergebiet Osselerhorst“ erlassen und zugleich einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Gebiet aufgestellt.

So soll planerische und rechtliche Sicherheit geschaffen werden für den Fall, dass dort ein neuer Antrag für den Bau einer Biogasanlage gestellt wird.

Um 18.18 Uhr war das Votum gefallen – zahlreiche Zuhörer aus den Reihen der Bürgerinitiative „Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz“ applaudierten im Ratssaal. Gleichwohl, und das hatte Bürgermeister Christian Vedder zu Beginn noch einmal deutlich gemacht: Eine Biogasanlage, wie sie 2004 geplant war, könne dort realisiert werden – bis 2011.  Der Rechtsbeistand der Gemeinde hatte eine solche allerdings als "nicht betriebswirtschaftlich" bezeichnet.

Konfliktpotenzial fehlerfrei abwägen

Mit dem nun gefassten Ratsbeschluss, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen und zugleich die Veränderungssperre zu erlassen, werde das Ziel verfolgt, Planungs- und Rechtssicherheit zu schaffen. Das heißt: Stellt ein Investor einen Antrag für die Errichtung einer Biogasanlage im Osselerhorst, sollen in dem dann neu angestoßenen Planungsverfahren die „potenziellen Emissions- und Immissionskonflikte abwägungsfehlerfrei bewältigt“ werden, wie es im Beschlussvorschlag heißt. Abgewogen werden muss dann genau, wie sich die zu erwartenden Emissionen einer Anlage zum Beispiel auf das jüngst in der Nähe ausgewiesene Wohngebiet „Kriegerkamp“ auswirken.

"Wir werden abwarten und sehen, was die Gemeinde unter abwägungsfehlerfreier Entscheidung versteht“, nahm Jörg Sümpelmann, Kreisgeschäftsführer des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV), nach der Ratssitzung gegenüber der Münsterland Zeitung Stellung zum Beschluss. Der WLV will zusammen mit RWE Innogy im Osselerhorst eine Biogasanlage errichten.


Quelle: Münsterland - Zeitung 29.05.2010 von Melanie Steur

Kommt sie oder kommt sie nicht? Der Gemeinderat entscheidet am Mittwoch über eine Veränderungssperre am Osselerhorst.

Auf der Wiese am Osselerhorst wächst derzeit noch ganz in Ruhe das Gras. Nichts ist zu sehen von der geplanten Biogasanlage von RWE-Innogy und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV). Aber jetzt kommt neue Bewegung in die Angelegenheit "Biogasanlage": Am Mittwoch, 2. Juni, trifft sich um 17.30 Uhr der Gemeinderat zu einer öffentlichen Sondersitzung im Rathaus.

Die Kommunalpolitiker wollen über eine Veränderungssperre für das Sondergebiet Osselerhorst entscheiden. "Ich erwarte keine langen Diskussionen", erklärt Bürgermeister Christian Vedder. Mit den Fraktionsvorständen habe er im Vorfeld gesprochen, so dass die Parteien Zeit hatten, sich über die eigene Position klar zu werden. Eine Verhängung der Veränderungssperre bedeute nicht automatisch, dass das geplante Projekt nicht umgesetzt werden könne, betont Vedder. Diese Maßnahme greife vor auf künftige Entwicklungen.

"Guter Weg"

Die BI "Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz Südlohn" sehe momentan die Arbeit der Gemeinde mit Anwalt Michael Hoppenberg und des Gemeinderates auf einem guten Weg, so BI-Mitglied Manfred Gröting. "Wir warten auf die Entscheidungen der Ratssitzung und stimmen dann weitere Aktivitäten ab."


Von Melanie Steur am 7. Mai 2010 16:46 Uhr Münsterland Zeitung Internet

SÜDLOHN "Hofanlagen ja, Großanlagen nein." Diese Aussage von Landtagskandidat Norbert Vogelpohl (Grüne) fasst die Einstellung der Mehrheit der Teilnehmer der Bürgerversammlung am Donnerstagabend treffend zusammen.

300 Bürger waren der Einladung zu einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz gefolgt. Auf dem Podium saßen neben drei Landwirten aus der Region, einem Biogashersteller aus Vreden auch die vier Landtagskandidaten.

Henning Höne (FDP) schloss sich der Aussage Vogelpohls an. „Die Biogasanlagen sind dezentral bei den Landwirten gut aufgehoben. Die geplante Großanlage sehe ich kritisch.“ Es seien immer noch zu viele Fragen unbeantwortet, äußerte sich Marc Jaziorski (SPD): „Wer trägt bei dieser Pilotanlage das Risiko? Wenn das Projekt schief geht, bedeutet das eine Gefahr für die Landwirte.“ Der Vorteil von dezentralen Anlage liege in den kurzen Anfahrtswegen, so Bernhard Schemmer (CDU). „Es ist nicht die Aufgabe eines Landtagsabgeordneten, einer Gemeinde vorzuschreiben, was sie zu tun hat“, stellte er außerdem fest.

Extra aus Güterglück in Sachsen angereist war Rainer Schmidt. Eine Biogasanlage, die der in Südlohn geplanten ähnelt, stehe in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinem Haus, berichtete er. „Seit zehn Jahren wohne ich da“, erzählte er in seinem Vortrag. Geruchs- und Lärmbelästigungen seien an der Tagesordnung und beeinträchtigen das alltägliche Leben. „Die Motoren der Fermenter höre ich nachts arbeiten.“

"Ich brauche die Zwischenfrüchte selber"

Wilhelm Keppelhoff, Landwirt aus Südlohn, hält nichts von dem Biogaskraftwerk. „Ich als Milchviehhalter brauche die benötigten Zwischenfrüchte selber.“ Am Ende müssten extra Flächen bereitgestellt werden, um die erforderliche Menge an Früchten herzustellen, befürchtete er. Eine eigene Hofanlage betreibt Bert Wülfing, Landwirt aus Rhede, schon seit Jahren. „Das geplante Projekt bringt hohe Investitionen mit sich für den einzelnen Landwirt, der sich beteiligen möchte.“ Ein weiterer Landwirt aus Rhede, Markus Blömer, hält auch mehr davon, kleine Biogasanlagen zu bauen - das sei besser, als eine große.

"Es wurde sehr sachlich diskutiert"

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Norbert Büsker, zeigte sich im Anschluss zufrieden: „Es wurde sehr sachlich diskutiert.“ Die Wertschöpfung der geplanten Anlage bleibe nicht bei den Landwirten, sondern beim Konzern, hob Büsker hervor.


Von Melanie Steur am 29. März 2010 13:37 Uhr Quelle: Münsterland Zeitung

SÜDLOHN Während der Bürgerversammlung zur geplanten Biogasanalge in Südlohn ist die Frage an die Gemeindeverwaltung gestellt worden, wie es denn aussehe mit der Prüfung juristischer Schritte gegen das Projekt.

Südlohns Bürgermeister Christian Vedder. Foto: Archiv Münsterland-Zeitung

„Der Rechtsanwalt ist beauftragt“, erklärte Bürgermeister Christian Vedder im Gespräch mit unserer Redaktion. Dieser prüfe nun juristische Einflussmöglichkeiten. Darunter fielen beispielsweise Maßnahmen wie eine Veränderungssperre zu verhängen oder den Bebauungsplan zu ändern, so Vedder. Diese Vorschläge seien nach der Ratssitzung im Februar an ihn herangetragen worden.

Umsetzen konnte er den damals gefassten Ratsbeschluss erst Ende letzter Woche, da die in den Haushalt eingestellte Summer mit einem Sperrvermerk versehen worden sei. Vedder: „Ich hoffe, dass die Ergebnisse bereits am 21. April in der Ratssitzung erläutert werden. Sicher ist das allerdings noch nicht.“ 

Der eingeforderte Untersuchungsausschuss werde von ihm beanstandet, erklärte Vedder erneut. Vom Recht auf Akteneinsicht habe bislang nur die Grüne Fraktion Südlohn-Oeding Gebrauch gemacht, so der Bürgermeister. "Ich werde in der nächsten Ratssitzung ausführlich Stellung zum Thema Biogasanlage nehmen auf Antrag der CDU-Fraktion von Anfang an bis möglichst heute, also zum Zeitraum 2003 bis jetzt."


am 19. März 2010 18:00 Uhr Quelle: Münsterland Zeitung - Internet Portal

SÜDLOHN Dem neu gegründeten Verein "BI Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz" wurde Mitte der Woche die Gemeinnützigkeit zu erkannt, wie der Verein jetzt mitteilt. 

Mit großer Sorge werde vom Verein der Unfall an einer Biogasanlage in Großkayna in Sachsen-Anhalt gesehen. Dort war eine Fläche von der Größe von rund 400 Fußballfeldern von auslaufender Gülle betroffen.

Als nächste Aktionen nennt der Verein einen geplanten Infostand auf dem Josefsmarkt am Sonntag in Südlohn und die Informationsveranstaltung der Betreiber der geplanten Anlage, die, wie berichtet, am 25. März um 19.30 Uhr in der Jakobihalle in Oeding statfindet. Zu dieser Veranstaltung ruft der Verein alle Mitbürger auf, sich wie auf der Ratssitzung am 24. Februar zu engagieren und ebenso zahlreich gegen die Anlage zu protestieren.

Um allen Bürgern aus Südlohn Gelegenheit zur Teilnahme an der Veranstaltung zu geben, soll sich am 25. März ab 18.50 Uhr auf dem Kirmesplatz getroffen werden. Dort werden dann Fahrgemeinschaften gebildet, ebenfalls wird ein Bus-Fahrdienst angeboten.


Von Anne Winter-Weckenbrock und Melanie Steur am 8. März 2010 16:00 Uhr

SÜDLOHN Eine Befürchtung wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung, in der Vertreter von RWE Innogy und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) ihre im Osseler Horst geplante Biogasanlage vorstellten, deutlich geäußert: Dass die Anlage mehr Massentierhaltung in der Region nach sich zieht.

Ein nicht ungewöhnlicher Anblick im Westmünsterland – hier in Oeding festgehalten: Massentierhaltung. Foto: Mareen Osterholt

Alois Kahmen (CDU) befürchtete "noch mehr Großmäster". Kleine Betriebe hätten keine Sorgen mit Gülle, Überschuss produzierten die Mastanlagen, betonte er. Jörg Sümpelmann, WLV-Kreis-Geschäftsführer, widersprach: "Durch diese Anlage werden wir Familienbetriebe entlasten, mehr nicht." Nur wer seinen ursprünglichen Stammbetrieb im Kreis Borken habe, dürfe Gülle einlagern.

Auch den Einwurf von Josef Schleif (Grüne), dass er Sorge habe, dass nach dem Bau der Anlage "noch weiter und mehr Gülle bis nach Potsdam gefahren" wird, weil die Mäster aufstocken könnten, wollte Sümpelmann entkräftet sehen: "Die Anlage wird keine Investitionsentscheidung für einen Stall initiieren", blickte er voraus.

Zahl der Mäster

Den Bestand, den der Mäster bei Fertigstellung der Anlage habe, könne er einbringen, ergänzte er auf Nachfrage.

Auch das Geruchsproblem beschäftigte die Ratsmitglieder. "In der Nähe der Anlage ist ein Schweinemastbetrieb. Gesetzlich Auflagen sind da - dennoch riecht es. Bis zur Roncallischule - kein guter Standortfaktor für unsere weiterführende Schule im Ort", kritisierte Alois Kahmen.

Jürgen Koppetsch (rechts) und Dr. Thorsten Blanke von RWE. Foto: Bernd Schlusemann

Er stellte die Frage nach den Toleranzen, die das BImSCH (Bundesimissionsschutzgesetz) mit sich bringe. Jürgen Koppetsch, externer Berater von RWE Innogy betonte, dass ein Geruchskataster erstellt werde, in das die vorhandene Vorbelastung mit einfließe.

Geruchsgutachten wird erstellt


Dies werde von einem "Sondersachverständigen" erstellt, es gebe nichts Selbstgestricktes", ergänzte er. Er verwies aber nochmals auf das geschlossene System der Anlage, die mit Unterdruck arbeite: "Wir werden sie sicherlich nicht überschreiten", bezog Koppetsch sich auf die Grenzwerte.

Grenzwerte einhalten

Mit Blick auf die produzierte Abwärme fragte Kahmen: "Welche Mastbetriebe werden sich ansiedeln, Hähnchen, Puten? Ich befürchte Geschäftsbedingungen, die uns belasten werden", so der CDU-Politiker. Die Abwärme werde in der Anlage selbst für die Keimbehandlung eingesetzt, entgegnete Dr. Thorsten Blanke von RWE Innogy diesen Befürchtungen.

Zwei Betriebe wollen in Südlohn aktuell ihren Bestand erweitern


„Zwei Erweiterungsanträge werden derzeit vom Kreis Borken bearbeitet, die jeweils ein Betrieb aus Südlohn und einer aus Oeding gestellt haben“, erklärt Richard Riedel, vom Kreis Borken, Fachbereich Bauen, Wohnen und Emmissionsschutz auf Anfrage unserer Redaktion.

Bei dem Betrieb in Südlohn gehe es um 800, in Oeding um 2700 zusätzliche Mastschweineplätze. Es seien beides bereits bestehende Betriebe und der Kreis achte sehr genau darauf, dass die Emissionen nicht die gesetzliche Bestimmungen überschreiten.

Der Oedinger Betrieb müsse beispielsweise einen Luftwäscher einbauen, so Riedel. Die Anträge seien vor circa sechs Monaten gestellt worden – so lange dauere ein Genehmigungsverfahren


Von Anne Winter-Weckenbrock Quelle: Münsterland Zeitung 26.02.2010

Da gibt es keinen Kompromiss: Die Biogasanlage ist einerseits ein "ökologisches Leuchtturmprojekt - andererseits ein rotes Tuch. Die Stimmung gegen das Biogas-Kraftwerk ist eindeutig, 2800 Unterschriften belegen das eindrucksvoll. Genauso deutlich wie die Ablehnung scheint aber die Entschlossenheit von RWE und WLV, ihr "20-Mio-Euro-Ding" durchzuziehen. Sie sind überzeugt von der Technik und dem Nutzen für Landwirtschaft und Umwelt. Sie können Fakten präsentieren und Gutachten in Aussicht stellen: Alldem vertrauen die Dorfbewohner nicht. Sondern allein ihren Nasen - die schon jetzt zu viel "Mast-Landluft" einatmen.


Von Anne Winter-Weckenbrock am 25. Februar 2010 00:59 Uhr Quelle: MZ

SÜDLOHN Alle 300 Sitzplätze waren besetzt und kaum mehr ein Stehplatz frei in der Aula der Roncallischule: Selten tagt der Rat vor solch großem Publikum. Der Grund: Am Mittwochabend stellten die Investoren von RWE Innogy und Westfälische-Lippischem Landwirtschaftsverband ihr Projekt Biogasanlage vor, das sie im Osselerhorst in Südlohn verwirklichen möchten. Und vor der Tür? Protest. 

Reinhold* Brune von der Bürgerinitiative übergibt die 2800 gesammelten Unterschriften gegen die Biogasanlage an Bürgermeister Christian Vedder. Foto: Anne Winter-Weckenbrock

Draußen tönen schrill die Trillerpfeifen, während sich drinnen Ratsmitglieder und Zuhörer ihre Plätze suchen. Der Protest hat hunderte Südlohner zur Roncalli-Schule bewegt, wo sie mit Plakaten, Transparenten und "Biogas macht keinen Spaß-"Rufen deutlich machen, was sie von dem Projekt halten: nichts. 2800 Unterschriften, von der Bürgerinitiative "Kein-Biogas-in-Südlohn" gesammelt, nimmt Bürgermeister Christian Vedder vor der Sitzung entgegen.

Dann verstummen die Trillerpfeifen, und es ist Zeit für Argumente, Prognosen und technische Angaben - und ebenso viele Fragen. Dr. Thorsten Blanke und Thorsten Graulich von RWE Innogy sowie Jörg Sümpelmann, Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Kreisverbands und Doris Nienhaus von der WLV Service GmbH, stellen ihr Projekt vor.

Keine Geruchsbelastungen zu erwarten

Blanke betont,dass es keine Geruchsbelastungen geben werde: "Dagegen wird Technik eingesetzt". Auch, was den An- und Ablieferverkehr angeht, relativieren die Projektpartner: Verglichen mit der derzeitigen Belastung der Straßen betrage die Steigerung ein Prozent - und eben wegen der guten Verkehrsanbindung des Standorts sei die Ortslage Südlohn kaum betroffen.

Jörg Sümpelmann betont, dass der Verband strenge Kriterien für die Gülleabgabe beschlossen habe: Weder solle Gülle von niederländischen Landwirten angeliefert werden noch solle die Anlage dafür sorgen, dass Mäster ihre Viehzahlen erhöhten.

Ratsmehrheit für Untersuchungsausschuss

Bei den Zuhörern erntet manche Aussage höhnisches Raunen, auch die Ratsmitglieder verbergen ihre Skepsis nicht. Fragen gehen ins Detail und wiederholen sich - es ist viel Informationsbedarf zu decken.

Transparente und Trillerpfeifen: Die Südlohner machten deutlich, was sie von den Biogas-Plänen halten. Foto: Bernd Schlusemann

Auch in Bezug auf die Frage, "wer was wann wusste" in Gemeinderat und Verwaltung, wie Dieter Robers (FDP) fordert: Sein Antrag für einen Untersuchungsausschuss in dieser Frage erhält eine Mehrheit. Vorsorglich kündigt Bürgermeister Christian Vedder an, diesen Beschluss zu überprüfen: Dass die Gemeindeordnung ein solches Gremium vorsieht, bezweifelt die Verwaltung. Gelegenheit zur Information bestehe bei Akteneinsicht, die die Fraktionen nehmen könnten.

Bürgerinformation geplant

Dreieinhalb Stunden dauern Präsentation und Fragerunde. RWE Innogy kündigt an, im März eine Bürgerinformation abzuhalten - dann könnte jeder interessierte Bürger Fragen stellen. Im Anschluss - nur noch wenige Unentwegte füllen die Zuhörerbänke - geben die Fraktionen ihre Einschätzung.

Die CDU lehne nach wie vor den Standort ab, betonte Hermann-Josef Frieling. Vieles in Bezug auf den Bebauungsplan sei auch noch nicht klar. Dieter Robers (FDP) hatte seinen Informationsbedarf noch nicht gedeckt und wollte sich so nicht zu Für oder Wider äußern. Josef Schleif (Grüne) fand keine Mehrheit für seinen Antrag, den Kreis Borken als Genehmigungsbehörde zu bitten, den Antrag - soweit es rechtlich möglich sei - abzulehnen.

Wenn die Belange der Bürger und der Gemeinde beeinträchtigt würden, dann werde die UWG nicht zustimmen, betonte Fraktionschef Jörg Battefeld. Für den Antrag an die Gemeindeverwaltung, juristische Möglichkeiten prüfen zu lassen, wie die geplante Anlagean diesem Standort verhindert werden könne, erhielt Manfred Schmeing (SPD) eine Mehrheit.

* Name berichtigt


Der Landwirtschaftliche Ortsverein Südlohn-Oeding diskutiert über Biogasanlage

Quelle: Münsterland-Zeitung 25.02.2010

Biogasanlage: Bei diesem Stichwort haben viele Landwirte noch Informationsbedarf bekundet - nicht zuletzt in Richtung Landwirtschaftsverband und mit Blick auf das Finanzierungsmodell für das Vorhaben.

Zur Versammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Südlohn-Oeding am Dienstagabend hatten sich knapp 100 Landwirte in Sickings Wirtshaus in Oeding eingefunden.

Ein heikles Thema war die geplante Anlage in Südlohn. Klare Stellungnahmen für oder gegen die Biogasanlage blieben allerdings eher selten. Vielmehr wollten zahlreiche der Anwesenden besser informiert sein: "Wie kann so etwas in die Gänge gebracht werden, ohne ausführlich zu informieren?"

WLV Kreisgeschäftsführer Jörg Sümpelmann widersprach: Der Verband habe sehr wohl informiert. Foto: Quelle WLV

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung durch die ortsansässige Landwirtschaft. Die Aufteilung der 50/50-Beteiligung von RWE und Landwirtschaft wurde von manchen Landwirten in Frage gestellt. Ein Zeitkontingent von drei Jahren soll ermöglichen, dass die Landwirte aus dem Kreis in das Projekt einsteigen können. Die Vorfinanzierung soll von der RWE ermöglicht werden. "Wir sind sicher, dass wir das innerhalb der Zeit schaffen werden" fügte Sümpelmann hinzu. Circa. 35 bis 40 Anfragen nach Beteiligung von Landwirten aus dem gesamten Kreis seien bereits eingegangen, so Sümpelmann.

Grundstein gelegt

Der Grundstein für die finanzielle Unterstützung sei somit nach ersten Kalkulationen gelegt. Weiter betonte er, dass die Gülle aus einem direkten Umkreis von 20 Kilometern rund um die Anlage kommen solle. Außerdem werde das Gülle-Kraftwerk mit 90 Prozent Gülle und zehn Prozent Zwischenfrüchten betrieben. Eine Verwertung von Schlachtabfällen sei nicht vorgesehen. Der Kreisgeschäftsführer des WLV wies darauf hin, dass die Anlage auch im Fall einer Seuche eine gute Ausweichmöglichkeit für die Gülle sei.

Auf die Frage einiger Anwesenden nach einem anderen Standort entgegnete Sümpelmann, dass einzig und allein in Südlohn alle Voraussetzungen erfüllt würden. Ein genauer Kurs für die Anlieferung von Gülle könne noch nicht festgelegt werden.

Auch nach diesen Informationen blieb aus Sicht der Landwirte die Frage nach der Finazierung noch nicht abschließend beantwortet - das zeigte sich in kritischen Nachfragen.


Biogas-Kraftwerk: Protest formiert sich - Quelle MZ 20.02.2010

SÜDLOHN Zur Informationsveranstaltung hatte die Bürgerversammlung "Kein-Biogas-in Südlohn" am Donnerstag ins Haus Terhörne eingeladen, und Reinhold Brune konnte dort rund 300 Interessierte begrüßen.

Foto: Münsterland Zeitung Beining

Er bedankte sich bei allen Unterstützern und Unterschriftensammlern der Aktion. Mehr als 2600 Unterschriften gegen die Biogasanlage, davon 2302 aus Südlohn und Oeding, 120 aus Weseke, 250 aus anderen umliegenden Gemeinden, seien gesammelt worden. Brune gab in seinem Vortrag weitere Informationen zum geplanten Biogaskraftwerk.

Norbert Büsker als Verfasser der Homepage der BI führte aus, dass viele Anfragen, die per Mail an die BI angetragen werden, von der Angst und Ungewissheit über die Anlage geprägt seien. Er brachte die hauptsächlichen Sorgen der Bürger auf den Punkt und forderte diese auf, auch weiterhin so geschlossen gegen die Anlage aufzutreten.

Informationsgespräche mit den Parteien

Manfred Gröting berichtete über die Zusammenarbeit mit den Medien in Bezug auf die Anlage. Aus den Presseberichten und den Leserbriefen sei zu erkennen, das von den Südlohner Parteien die CDU, SPD und die Grünen mit in die gleiche Richtung der BI gehen wollten. Informationsgespräche mit der CDU und der SPD hätten bereits stattgefunden, mit den Grünen sei ein Termin vereinbart.

Die Ausführungen der Redner wurden immer wieder von Applaus der Zuhörer unterbrochen. Im Anschluss an den offiziellen Teil wurde noch intensiv weiter zwischen den Teilnehmern über die Anlage und Gegenmaßnahmen diskutiert.

Die BI ruft alle Bürger auf, am 24. Februar bei der Vorstellung der Anlage durch die Betreiber vor dem Rat dabei zu sein und ihre Ablehnung durch ein zahlreiches Auftreten kund zu tun.

Sitzung in der Roncalli-Hauptschule

Im friedlichen Rahmen soll mit Transparenten und Plakaten gegen die geplante Anlage demonstriert werden. Die Sitzung findet um 18 Uhr in der Roncalli-Hauptschule im Rahmen einer öffentlichen Ratssitzung statt. Als Zuschauer können keine Fragen gestellt werden, diese müssen vorher an die Ratsmitglieder gegeben werden.


Von Melanie Steur/pd am 12. Februar 2010 15:18 Uhr  Münsterland Zeitung

SÜDLOHN Die Unterschriften-Sammelaktion der Bürgerinitiative „Kein Biogas in Südlohn“ läuft seit vergangenen Samstag. „Mehr als 30 freiwillige Helfer aus ganz Südlohn gehen im Namen der Bürgerinitiative von Haus zu Haus, um mit den Mitbürgern zu sprechen und gegebenenfalls eine Unterschrift gegen die Anlage zu erhalten“, erklärt Manfred Gröting von der BI.

Die ersten Rückmeldungen haben schon eine klare Tendenz der Einwohner Südlohns gegen die Anlage ergeben, so Gröting weiter.

Vor allem aus Oeding haben die BI zahlreiche Anfragen erreicht, wie sich die dort wohnenden Bürger an der Aktion beteiligen können. Gröting: „Aufgrund der Nachfragen ist die Unterschriftenaktion auch auf Oeding und Weseke ausgeweitet worden.“

Unterschriften auch in Weseke und Oeding abgeben

Interessierte Bürger können sich in folgenden Geschäften durch die ausliegenden Flyer informieren und sich in die Listen eintragen:

Oeding: Rewe-Markt, Grenz-Apotheke Bäßmann, Sicking’s Wirtshaus und Bäckerei Späker. Letztere habe in ihrer Filiale in Weseke ebenfalls die Informationen der BI ausliegen. Die Aktion dauert noch bis Donnerstag, 18. Februar.

Am Donnerstag, 18. Februar, um 19 Uhr findet in Südlohn im Haus Terhörne eine Versammlung der Bürgerinitiative statt, zu der alle Bürger eingeladen sind.

Internet-Umfrage endet mit eindeutiger Ablehung der geplanten Anlage

Die Internetabfrage unserer Redaktion zum Thema Biogasanlage ist beendet. Über 200 Stimmen sind abgegeben worden. Das Ergebnis ist eindeutig: 79 Prozent sind gegen das geplante Bio-Kraftwerk, nur 21 Prozent befürworten den Standort an der Robert-Bosch-Straße.

Zu dem Projekt hat jeder eine Meinung – das geht aus unserer nicht repräsentativen Abstimmung hervor, da nur „Ja“- beziehungsweise „Nein“-Stimmen abgegeben wurden.


Von Melanie Steur am 1. Februar 2010 18:04 Uhr Quelle: Münsterland Zeitung

SÜDLOHN Sie stinkt den Anwohnern schon jetzt – die geplante Biogasanlage. Auf einer Versammlung am Freitag sprachen die Anwohner ihre Bedenken gegen die Anlage aus.

„Die Anwohner kamen hauptsächlich aus der Drossel- und der Windhorststraße“, erzählt Bernd Telöken, der ebenfalls an dem Nachbarschaftstreffen teilgenommen hatte. Flyer wollen sie drucken und Unterschriften gegen das geplante „Bio-Kraftwerk“ sammeln, das nahmen sich die über 40 Anwesenden Ende vergangener Woche vor. „Die Aktion startet hoffentlich Ende dieser Woche“, so Telöken.

Fünf Südlohner seien im Vorfeld zu dem Nachbarschaftstreffen zu einem Informationsgespräch mit Bürgermeister Christian Vedder nach Oeding gefahren, heißt es in dem Schreiben weiter. Dabei soll auch die mögliche Geruchsproblematik besprochen worden sein.

Entstehende Emissionen zögen direkt ins Dorf

Christian Koch vom Deutschen Wetterdienst bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass die vorherrschende Windrichtung „generell für solche Lagen wie die der Gemeinde Südlohn“ West / Süd-West sei. Damit zögen die möglicherweise entstehenden Emissionen direkt ins Dorf.

Die Nachbarn diskutierten lange darüber, dass die in 2003 im Gemeinderat vorgestellte Anlage mit nur 50 000 Tonnen Gülle im Jahr geplant gewesen sei, die vor zwei Wochen in der Münsterland Zeitung vorgestellten Anlage aber etwa die vierfache Menge an Gülle verarbeiten soll.

Geruch nach faulen Eiern

Einige Anwohner berichteten, Kontakt zu der Gemeinde Güterglück in Sachsen- Anhalt aufgenommen, zu haben. Die dort betroffenen Bürger hätten von widerlichem Geruch nach faulen Eiern im Dorf berichtet. Außerdem sei auch über das höhere, betriebsbedingte Verkehrsaufkommen gesprochen worden.

Konrad Böcker, zuständig für die Pressearbeit bei RWE-Innogy betonte, auf Anfrage der Münsterland Zeitung, dass zum einen die Anlage in Güterglück vornehmlich mit Mais betrieben werde und nicht wie im Fall Südlohn mit Gülle. Außerdem seien die Emissionen Bestandteil des Genehmigungsverfahrens. „Die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte werden eingehalten“, erklärt Böcker


Von Anne Winter-Weckenbrock am 27. Januar 2010 17:43 Uhr Quelle: Münsterland-Zeitung

SÜDLOHN In der Ratssitzung am 24. Februar sollen Vertreter von RWE Innogy und WLV über ihr Projekt - eine zum größten Teil auf der Basis von Gülle betriebenen Biogasanlage - informieren. Dies teilte Bürgermeister Christian Vedder jetzt unserer Redaktion mit.

Vedder betonte, dass auch in der Sitzung des Gemeinderates signalisiert worden sei, nicht grundsätzlich gegen die Anlage zu sein – aber dass ein großes Informationsdefizit gedeckt werden müsse. 

Ist mit Geruchsbelästigung zu rechnen? Hat die Anlage Auswirkungen auf das Abwassernetz der Gemeinde? Was ist mit dem LKW-Verkehr? Dies sind nur drei der zentralen Fragen, die allen unter den Nägeln brennen: den Kommunalpolitikern, der Verwaltung und den Anliegern.

Informatonen aus zweiter Hand


Er habe die Informationen über das Projekt aus der Münsterland Zeitung erhalten, betonte der Bürgermeister in der Ratssitzung. Dann habe er sich sofort bei RWE und WLV „schlau gemacht“ und um die Vorstellung des Projekts im Gemeinderat gebeten.

„Es geht darum, die Belange der Bürger und der Gemeinde Südlohn zu wahren“, betonte Vedder im Gespräch mit unserer Redaktion. Er – und so sei auch die Stimmung im Gemeinderat gewesen – sei nicht von vornherein grundsätzlich gegen das Projekt, doch es gelte ein großes Informationsdefizit abzubauen – und zwar so schnell wie möglich.

Bauleitplanung nicht einschränken


„Wichtig ist, dass das Projekt nicht unsere Bauleitplanung einschränkt. Wir wollen Spielraum behalten und wir müssen nicht zu allem Ja und Amen sagen“, betonte der Bürgermeister mit Blick auf die zukünftige Entwicklung Südlohns, die durch ein solches Großprojekt nicht verbaut werden dürfe. Die Biogasanlage müsse verträglich sein.

Grundsätzlich könne er die Zweifel der Anwohner verstehen, merkte Christian Vedder an. Berechtigte Sorgen gelte es nun bestenfalls durch Sachaufklärung auszuräumen.

Einvernehmen der Gemeinde

In dem voraussichtlich anstehenden Genehmigungsverfahren, das der Kreis Borken als Behörde durchführen wird, werde die Gemeinde gehört. Der Rat werde dann darüber entscheiden, ob das so genannte gemeindliche Einvernehmen erteilt oder versagt werden soll, beschrieb der Bürgermeister das kommende Verfahren: „So ganz rechtlos sind wir nicht gestellt.“ Auch werde die Gemeinde mit im Boot sein, wenn es um die Erschließung des Betriebsgrundstücks – wahrscheinlich von der Robert-Bosch-Straße aus – geht.


Von Melanie Steur am 15. Januar 2010 16:39 Uhr Quelle: Münsterland Zeitung

SÜDLOHN Die Spekulationen haben ein Ende – der Standort steht fest: Die RWE Innogy und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) wollen die seit langem geplante, mit Gülle betriebene Biogasanlage in Südlohn bauen. Am Betrieb der Anlage können sich Landwirte aus der Region in einer noch zu gründenden Gesellschaft beteiligen.


Das ist eine der Biogasanlagen von RWE Innogy. Foto: prf„Die Tinte ist gerade getrocknet“, verkündet Dr. Thorsten Blanke, Leiter des Fachbereichs Biogas bei RWE Innogy, und meint damit die Verträge zum Grundstückskauf. Auf dem bereits seit 2003 ausgewiesenen Sondergebiet „Biogas- und Recyclingbetriebe“ an der Robert-Bosch-Straße soll eine Biogasanlage gebaut werden.

Grundstück ideal

„Das Grundstück ist ideal für den Betrieb einer Biogasanlage“, erklärt Blanke. Es sei verkehrstechnisch gut erschlossen. Das geplante Kraftwerk von RWE Innogy und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) habe nichts mit den Plänen für eine mit Abfällen und Mais betriebene Anlage Anfang des Jahrtausends am Osseler Horst zu tun, betont Blanke (Münsterland Zeitung berichtete).

RWE Innogy und WLV arbeiten schon seit längerem zusammen. Der Energiekonzern habe die Kompetenz bei der Planung, beim Bau und beim Betrieb von Biogasanlagen – der WLV die notwendigen Kontakte vor Ort. „Es gibt genug landwirtschaftliche Betriebe in der Gegend, die sich beteiligen möchten“, erklärt Doris Nienhaus, Geschäftsführerin der WLV-Service GmbH, im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Im Augenblick befänden sich die Geschäftspartner bei der Ausarbeitung der Unterlagen. Erst danach werde das Gesamtprojekt vorgestellt. Blanke: „Mit dem Kreis und der Gemeinde Südlohn muss noch einiges abgestimmt werden.“ Durch den Grundstückskauf seien sie aber einen großen Schritt vorangekommen bei den Planungen für den Baubeginn im Herbst.

Dem Kreis lägen noch keine Anträge vor, teilte die Pressestelle in Borken auf Anfrage mit. Bei der Gemeinde seien lediglich Vorabstimmungsgespräche geführt worden, sagt Herbert Schlottbom von der Verwaltung.

Ökologisches Leuchtturmprojekt

Als ein „ökologisches Leuchtturmprojekt“ bezeichnet Dr. Thorsten Blanke die geplante Biogasanlage. Das Problem im Münsterland sei die überschüssige Gülle. „Unsere Anlage soll zu 90 Prozent mit Gülle und zu zehn Prozent mit Zwischenfrüchten betrieben werden“, so Blanke. In einer Veredelungsregion wie dem westlichen Münsterland könne Mais in Biogasanlagen nicht verwendet werden, da dieser anderweitig gebraucht wird. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft, aus Gülle Gas und Dünger zu machen, werde von den Landwirten in der Region unterstützt. „600 bis 800 Betriebe im Umkreis von circa 20 Kilometern müssen sich an dem Projekt beteiligen, damit die erforderliche Güllemenge zusammenkommt“, erklärt Doris Nienhaus, Geschäftsführerin der WLV-Service GmbH. Auf einer Fläche von zwei Hektar sei die Anlage derzeit geplant. Eine Erschließungsstraße für den LKW-Verkehr sähen die Planungen auch vor. Blanke: Bei jährlich benötigten 200 000 Tonnen Gülle könnte – heruntergerechnet auf eine Stunde – etwa alle zehn Minuten ein LKW die Biogasanlage anfahren. Nienhaus sieht darin kein Problem: „Im Augenblick wird die Gülle auch weggefahren.“ Die Transportwege würden sich durch den Bau der Anlage sogar verkürzen.

In Kürze: Leistung: Die Anlage soll auf zehn Megawatt thermisch ausgelegt sein und könnte damit jährlich 2500 Haushalte rund um die Uhr mit Gas versorgen. Als Substrate werden zu 90 Prozent Gülle und Güllefeststoffe eingesetzt – insgesamt 200 000 Tonnen. Die verbleibenden zehn Prozent sollen aus so genannten Zwischenfrüchten, beispielsweise Sonnenblumen oder Gras, bestehen.

Arbeitsplätze: Beim Bau der Anlage werden in Spitzenzeiten rund 30 Personen gleichzeitig auf der Anlage arbeiten. Für den Betrieb der Biogasanlage sind mindestens fünf Mitarbeiter notwendig. Die Anzahl der Mitarbeiter für die Rohstoffversorgung könne noch nicht beziffert werden.